Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung | Arte Luise Hotel

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AHGZ 2011

 

Kein Zimmer gleicht dem anderen
Im Arte Luise Kunsthotel gestalten Künstler einzigartige Zimmer. Dabei wird es auch Stammgästen nicht langweilig. Nach drei Jahren bekommen die Räume ein neues Antlitz 
BERLIN. Das wichtigste Verkaufsargument im Arte Luise Kunsthotel sind die individuell gestalteten Zimmer - von verschiedenen Künstlern. Diese müssen aber inzwischen ein Konzept vorlegen, bevor sie loslegen können, „damit es keine bösen Überraschungen gibt und es zu unserem Haus passt", betont Geschäftsführer Mike Buller.Jeder Künstler verfügt über ein Budget von 500 Euro, wobei die Möblierung nicht inklusive ist. Sollte es besondere Möbel- oder Tapetenvorgaben geben, kümmern sich die Geschäftsführer selbst darum. Nach drei Jahren kann das jeweilige Zimmer neu gestaltet werden, auch von einem anderen Künstler. Manchmal, wenn es besonders gefragt ist, kann es auch länger im ursprünglichen Design bleiben. So gibt es den Raum, der von der bekannten Malerin Elvira Bach kreiert wurde, in dieser Form bereits seit 13 Jahren. Dass ein solches Hotel überhaupt entstehen konnte, ist wohl dem Zufall und der Goldgräber-Stimmung geschuldet, die einige Jahre nach der Wende in Berlin herrschte. Was als Atelier einer Künstlergruppe begann, entwickelte sich seit 1994 zu einem professionellen Hotelbetrieb mit 50 Zimmern. 

Angefangen hatte alles mit der Suche nach Büroräumen im Jahr 1994. Stattdessen fanden Mike Buller und sein Partner jedoch ein verwahrlostes, klassizistisches Gebäude, das leer stand und für lediglich 1000 Mark Betriebskosten vermietet werden sollte. „Das war ein Schnäppchen für 1200 Quadratmeter, das wir uns nicht entgehen lassen wollten", erinnert sich Buller, der heute den operativen Part des Hauses betreut.

 

 Im Gebäude nahe der Charité waren einst die Beschäftigten der Klinik sowie ein Schwesternwohnheim untergebracht. 1994 wurde die erste Etage von einer Künstlergruppe bewohnt, die restlichen Räume standen leer.So beschlossen Buller und sein Partner, aus dem ehemaligen Wohnheim ein Hotel der besonderen Art zu machen. „Wir wollten Unterkünfte für Berlin-Besucher anbieten, die das Abenteuer Ost erleben wollten", sagt Buller. Zudem sollten hier Kunstinteressierte und Kunstschaffende eine Bleibe finden. Dazu sollte nicht nur die Lage - in der Nähe von Reichstag, der Friedrichsstraße und der ehemaligen Grenze - dienen, sondern auch das besondere Design der Zimmer. Da boten sich die Künstler aus dem eigenen Haus geradezu an. Sie durften die Räume nach eigenem Gusto gestalten und erhielten dafür eine Beteiligung an der Vermietung. Die unterschiedlich gestalteten Zimmer und die besonderer Atmosphäre des Hauses kamen sehr gut an, das etwas andere Hotel wurde schnell bekannt. „Wir haben zwar nicht unbedingt höchsten Komfort geboten, dafür aber Originalkunst und ein einzigartiges Ambiente", sagt Buller. Außerdem habe man davon profitiert, dass es in der Anfangszeit kaum Hotels in Ost-Berlin gab. Mittlerweile habe sich jedoch nicht nur diese Tatsache geändert, sondern auch das Arte Luise Kunsthotel. Nach einer Sanierung 1999 erfolgte im Jahr 2003 ein moderner Anbau, der nun das Haus komplettiert. Ein begrünter Innenhof dient der Entspannung, die Gäste können im benachbarten Restaurant frühstücken und sich in der stylischen Lobby austauschen. Ein Veranstaltungs-Saal dient zudem als Kunstgalerie und wird sowohl für Meetings als auch Vernissagen genutzt. Zielgruppen des Hotels sind außer Künstlern auch Medienschaffende und Geschäftsreisende.Der kulturelle Aspekt des Arte Luise Kunsthotels wird durch spezielle Arrangements sowie durch die Zusammenarbeit mit Theatern oder Galerien verstärkt. 

08.10.2011; AHGZ (Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung); Nr. 41; Kein Zimmer gleicht dem anderen; Seite 4; von Carla Marconi