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DIE GESCHICHTE DES ARTE LUISE KUNSTHOTELS

Die Idee entstand schon vor dem Fall der Mauer: Ein kleines Künstlerhotel in Berlin zu errichten, einen Ort, wo Künstler und Kunstfreunde wohnen und arbeiten können, wo Musik gemacht wird, wo man sich treffen kann...

Die ersten Jahre nach der Wende boten dann diese unerwartete Möglichkeit. Es herrschte Aufbruchsstimmung und auch eine gewisse Anarchie. Die Dinge waren noch nicht geordnet im Osten Berlins. Zahlreiche der nach vierzig Jahren DDR-Stadtpolitik verrotteten Immobilien in Mitte wurden von der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft nur notverwaltet.

Unterschiedliche Alteigentümer und Erbengemeinschaften stritten sich um die verstaatlichten Immobilien. Für eine befristete Übergangszeit Mieter zu finden, war daher besser als die Gebäude noch weiter verfallen zu lassen. So nutzte man die Gunst der Stunde, die Vision eines "Künstlerheims" in die Tat umzusetzen.

GESCHICHTE 1994 bis heute

1994

Für 1.000 Mark Betriebskosten wurde im Juli 1994 der bewohnbare Teil eines verwahrlosten, klassizistischen Gebäudeensembles in der Luisenstraße gemietet, welches zu DDR-Zeiten bereits den legendären Künstlerklub "Möwe" beherbergte. Das sonstige Umfeld war eher ernüchternd; der Reichstag stand leer und wartete noch auf die Verhüllung durch Christo und die spätere Sanierung. Ansonsten gab es gen Westen nur „Wüste“, denn da verlief vorher die DDR-Grenze mit dem „Todesstreifen“ entlang der Spree. Vom jetzigen Regierungsviertel war noch nichts zu sehen.

Oben sollte mit Künstlern ein kleines Hotel errichtet werden, unten sollten Künstlerateliers und Wohnräume entstehen. Klare Konzepte gab es vorerst nicht, das Projekt sollte sich in Kooperation mit wechselnden Künstlern verselbstständigen und weiterentwickeln. In der damaligen „Gemeinschaftsküche“ des Künstlerheims wurde stundenlang und oft bis in die Nacht diskutiert, Existenzialismus pur!

1997

Obwohl das „Künstlerheim Luise“ bei vielen Stammgästen zwischenzeitlich sehr beliebt und durch die Medien überregional bekannt geworden war, drohte durch den auslaufenden Mietvertrag und dem maroden Zustand des Gebäudes 1997 unweigerlich das „Aus“.

Aufgeben kam jedoch nicht in Frage. “Damit alles bleibt wie es ist, muss sich alles ändern“, wurde zum Überlebensmotto.

Ein Investor, ein Projektentwickler und ein Architekt wurden involviert, um aus dem Kunstlabor ein komfortables, auch wirtschaftlich tragfähiges Hotel zu machen.

1998

Anfang April 1998 lag dann die amtliche Baugenehmigung vor; das Haus war geräumt und sanierungsbereit. In der Umbauphase wohnten die Gäste “im Exil„ in der Friedrichstraße 106.

1999

Am 17.September 1999 wurde das Künstlerheim Luise nach denkmalgerechter Komplettsanierung feierlich eröffnet, mit 32 Zimmern, einem Restaurant und einer Lobby.

2003

Die S-Bahn und der damit verbundene Geräuschpegel war zu der Zeit ein diskutierter Faktor unter den Hotelgästen. Ohrenstöpsel gehörten zur Standardausrüstung der Zimmer.

Man entschloss sich daher im Herbst 2001 den offenen Hof zur Bahntrasse mit einem Neubau zu schließen, um den Bahnlärm einzudämmen. Im März 2003 wurde dann auch dieser Teil vom zuständigen Bundesminister feierlich eingeweiht. Jetzt verfügt das Hotel über fast 50 Zimm er sowie eine Kunsthalle.

Das klingt natürlich unkomplizierter als es tatsächlich war. Dazwischen lagen immense Hindernisse. Denkmalpfleger und Bauaufsicht machten strenge Auflagen, eine Baufirma ging in Konkurs. Die Banken waren zu überzeugen, was sich als besonders schwierig herausstellte.

am ziel

Doch nun ist das Künstlerheim Luise als richtiges Hotel, als „Museum zum Übernachten“ auf Erfolgskurs. Die benachbarte „Wüste“ hat sich in das Regierungs- und Medienviertel verwandelt, kompetente Mitarbeiter sorgen für das Wohl der Gäste, internationale Presse und Fernsehberichte für wachsende Bekanntheit. Die Künstler der aktuellen Generation sind international bekannt und renommiert; jeder hat aus seinem Zimmer ein Kunstwerk, ein Unikat geschaffen. „Räume wie Träume“ schrieb eine große deutsche Tageszeitung kürzlich.

Das Konzept des etwas anderen Hotels geht auf: "Kunst statt Gediegenheit, Poesie statt Roomservice“ führen dazu, dass manche, die sich auch die in Sichtweite befindlichen Grandhotels am Brandenburger Tor oder Potsdamer Platz leisten könnten, lieber hier wohnen.

Manchmal rufen Leute an und sagen: “Wir sind keine Künstler. Dürfen wir trotzdem bei ihnen wohnen?" Ein adeliger Herr, wegen Vollbelegung in der Mansarde untergebracht, war beseelt, endlich mal in einem kleinen Zimmer zu schlafen. Ein französischer Filmregisseur, der sich gleich für Wochen eingemietet hatte, sagte an der Rezeption: „Ich kenne alle Hotels dieser Welt, glauben Sie mir. Und ich hasse sie alle. Aber Ihr Hotel liebe ich. Und Paris wird von meiner Liebe erfahren“. Nicht nur Paris ...

Historische Fotos