Rudi Kargus (Hamburg)

"Alles wird gut"

Rudi Kargus weiß, wie es sich anfühlt, unter ständiger Beobachtung zu stehen. Heute arbeitet der Künstler in seinem abgelegenen Atelier im Norderstedter Wald nahe Hamburg, früher war er einer der erfolgreichsten deutschen Torwarte. Er machte sich als „Elfmeter-Töter“ einen Namen in der Bundesliga. Keiner hat so viele Strafstöße gehalten, wie der legendäre, in Worms geborene Rudi Kargus. Seine größten Erfolge im Tor feierte er in den 1970er Jahren in Hamburg und gewann mit dem HSV den DFB-Pokal, den Europapokal sowie die deutsche Fußballmeisterschaft. Ab 1980 spielte Rudi Kargus für den 1. FC Nürnberg, später für den Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Köln. Mit seinen Erfolgen und Transfers wuchs auch die Bekanntheit. Als Bundesliga-Torwart stand der Spieler stets im Fokus der Medien: Interviews, Berichterstattung, Öffentlichkeitsdruck. Rudi Kargus sagt selbst, er habe nie gern im Rampenlicht gestanden. Nachdem der Fußballspieler seine aktive Karriere beendete, arbeitete er als Jugendtrainer beim Hamburger SV und zog sich danach gänzlich aus der Öffentlichkeit zurück.

Vom erfolgreichen Torhüter zum expressionistischen Künstler

Nach dem endgültigen Ende seiner Tätigkeit im Fußball Mitte der 1990er Jahre suchte er sich eine neue Beschäftigung – eine, mithilfe derer er seine Zeit im Rampenlicht distanziert betrachten und verarbeiten kann: die Malerei. Seine neue Leidenschaft entdeckte der einstige Profifußballer als er während eines Urlaubs auf Fuerteventura einen spanischen Künstler kennenlernte. Seit 1996 beschäftigt sich Rudi Kargus intensiv mit der Kunst der Collage und dem Expressionismus. Im Jahr 2015 enthüllte der Künstler sein Triptychon „Das Spiel der Spiele – mitten unter uns“ im Deutschen Fußballmuseum. Das dreiteilige Ölgemälde fertigte der Künstler eigens für das Museum in Dortmund an. Darüber hinaus stellt Rudi Kargus seine Werke in ganz Deutschland, vornehmlich jedoch in Hamburger Galerien aus. Seine Themen sind zum einen der Fußball als Sport, aber auch das Leben in den Schlagzeilen sowie Medien- und Gesellschaftskritik.

Rudi Kargus kombiniert ein dominantes Grau mit farbgewaltigen Werken

Seine distanzierte, skeptische Haltung gegenüber der Berichterstattung und dem Dasein als Bekanntheit in der Öffentlichkeit lässt sich auch aus der von Rudi Kargus erdachten Gestaltung des Zimmers 304 im Arte Luise Kunsthotel in Berlin herauslesen. Obwohl die Einrichtung von verschiedenen Grautönen dominiert wird, gab der Künstler dem atelierähnlichen Raum den Namen „Alles wird gut“. Die expressionistischen Bilder des Künstlers fungieren in dem sonst recht schlicht gehaltenen und klar strukturierten Hotelzimmer als farbgewaltige Hingucker. Im Zentrum: der graue Kleiderschrank, dessen Türen collagenhaft verziert wurden. Der Künstler beklebte das Möbelstück mit zahlreichen Zeitungsbildern – eine kritische Anspielung auf seine Zeit als Fußballstar im Fokus der Medien, unter ständiger Beobachtung.

Mehr über Rudi Kargus erfahren Sie unter: www.kargus-art.de

 

Weitere Zimmer unserers Art Hotels gestalteten u. a. Moritz Götze, Thomas Baumgärtel, Ottmar Hörl und Elvira Bach.