Oliver Jordan (Köln)

Licht und Schatten

Im Alter von 26 Jahren – im Jahr 1984 – begibt sich der Kunststudent Oliver Jordan mit seiner französischen Frau Helena Younès auf eine Hochzeits- und Studienreise durch Algerien. Die Reise führt sie über Oran, Algier und Tlemcen nach Tipasa. Bereits 1936 besuchte der französische Schriftsteller Albert Camus die Stadt Tipasa – mit ihren römischen Ruinen am Mittelmeer. Das gleißende Licht und die außergewöhnliche Natur vor Ort inspirierten Camus dazu, das Prosawerk „Licht und Schatten“ zu schreiben. Dabei stehen Licht und Schatten für den Schriftsteller für alle großen Gegensätze – wie Gut und Böse, Tag und Nacht, Mann und Frau –, die ausgeglichen werden müssen. Auch Oliver Jordan lässt sich 48 Jahre später von der Schönheit der Natur in Tipasa inspirieren und fertig dort zahlreiche Skizzen, Zeichnungen und Aquarelle an. Erst 2004 verarbeitet Jordan seine Eindrücke aus Algerien in Ölbildern auf Leinwand und Pappe und stellt sie unter dem Titel „Heimkehr nach Tipasa – Für Camus, Helena, die Sonne und die Schönheit“ in einer Galerie in seiner Heimatstadt Essen aus.

Kratzer und Furchen aus Ölfarbe

Die Ölfarbe ist das bevorzugte Material des 1958 geborenen Oliver Jordans, der heute in Köln, Essen und Port-Blanc in der Bretagne lebt. Der Maler streicht die Farbe für seine Arbeiten großzügig auf Leinwände oder Pappe und zieht Kratzer und Furchen durch die Farbflächen, die später aussehen wie Risse und Knicke. Entwickelt hat er diese Technik auch während seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf in den 1980er Jahren. Hier lernte er unter anderem bei Joseph Beuys. Heute zählt Jordan zu den großen deutschen Porträtisten: Neben Künstlern wie Rembrandt, Richard Wagner, David Bowie und Mick Jagger malte Jordan auch bedeutende Politiker wie Konrad Adenauer und Willy Brandt. Im Jahr 2001 fertigte Jordan ein Porträt des Kölner Oberbürgermeisters, Norbert Burger, für das Alte Rathaus in Köln. Seine Bilder befinden sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen und sind regelmäßig Teil von Gruppen- und Einzelausstellungen in Galerien, Museen und Kunstvereinen in Köln, Dortmund, Augsburg, Madrid, London oder New York zu sehen.

Oliver Jordans Ausstellung in der Kulturhauptstadt Europas 2013

Im Jahr 2010 kommt Catherine Camus, die Tochter von Albert Camus, auf den Maler aus Essen zu. Sie lädt Oliver Jordan und seine Frau Helena nach Lourmarin in der Provence ein – in das Haus, das sich Albert Camus von dem Geld seines Nobelpreises für Literatur gekauft hat. Catherine Camus sieht in der Malerei Jordans eine Verbindung zur Vitalität des Werkes ihres Vaters. Daher organisiert die Tochter anlässlich des 100. Geburtstages von Albert Camus ein Einzelausstellungsprojekt. Dieses findet im Rahmen der Veranstaltungen zur Kulturhauptstadt Europas 2013 in Marseille in Kooperation mit dem Goethe Institut Paris und dem Centre Franco-Allemand de Provence statt. Im Foyer des Grand Théâtre de Provence zeigt Oliver Jordan seine Ausstellung „Hochzeit des Lichtes – Hommage an Albert Camus“ mit Porträts des Schriftstellers und Arbeiten aus Tipasa. Ein Jahr später sind die Werke im LVR-Landesmuseum Bonn im Rahmen der Reihe „Szene Rheinland“ zu sehen. Die Arbeiten rund um Albert Camus werden damit zu einem der Projekte, mit denen sich Oliver Jordan über einen langen Zeitraum hinweg beschäftigt.

Mediterrane Atmosphäre im Hotelzimmer

Aufgrund des Gefühls der Verbundenheit widmete Oliver Jordan das Hotelzimmer 510 im historischen Altbau des Arte Luise Kunsthotels dem französischen Schriftsteller Albert Camus. In dem hellen Raum hängen Porträts von Camus über dem Schreibtisch und dem Doppelbett – im typischen Stil Oliver Jordans gemalt. Über dem Bett hat Jordan zudem ein Zitat von Albert Camus angebracht: Je ne connais qu'un seul devoir et c'est celui d'aimer – Ich kenne nur eine Pflicht, und das ist die Liebe. Jordan verweist gleichzeitig auf die Verbindung zwischen dem französischen Schriftsteller und der außergewöhnlichen Landschaft in Algerien: Der Künstler greift die mediterrane Stille und die lichtdurchflutete Atmosphäre des Mittelmeeres auf – des Ortes, an dem Camus seine schriftstellerische Energie bezog. Die Inneneinrichtung ist in hellen Tönen gehalten: goldgelb und sandfarben. Die langen, leichten Gardinen, weiße Holztüren und die im Kontrast dazu stehende dunkelbraune Möblierung auf dem Holzfußboden schaffen eine sommerliche Stimmung. Dank der mediterranen Gestaltung des Zimmers trägt Oliver Jordan einen Teil von Tipasa, der Ruinenstadt am Mittelmeer, in die deutsche Hauptstadt Berlin.

Weitere Zimmer unserers Art Hotels gestalteten u. a. Rudi Kargus, Thomas Baumgärtel, Ottmar Hörl und Moritz Götze.