Nathalie Daoust (Montreal/New York)

Cabaret

Das verruchte Berlin der 20er Jahre, wo diese Stadt trotz Wirtschaftskrise und aufflammenden Nationalsozialismus mit Cabarets, erotischen Tanzshows und diversen "Etablissements" eine seiner heißesten und frivolsten Phasen hatte, ist das Thema der Künstlerin für dieses Zimmer.

Nathalie Daoust wurde in 2002 mit ihrem Buch "New York Hotel Story" als Photographin bekannt. Anschließend dokumentierte sie in Japan mit ihrem Projekt "Tokyo Hotel Story" das Phänomen der japanischen "Love-Hotels"; Hotels, in denen sich Liebende in thematisch arrangierte Hotelzimmer zurückziehen können um ihre Phantasien auszuleben. Hier in der Luise gestaltet sie selbst ein Zimmer.

Die Atmosphäre eines "Etablissements" der 20er Jahre mit rotem Samt und Brokat, dass Bett mit Tüll drapiert und exponiert auf einem Sockel, mit Rotlicht, erotischen Tänzerinnen und dem Sound der alten Fernbahn Paris-Moskau, versetzen den Gast zurück in das alte Berlin des Christopher Isherwood.

Sie erkundet damit den Bereich zwischen Traum und Realität und dem menschlichen Bedürfnis nach der Flucht in eine Phantasiewelt.