Gabriel Heimler (Paris)

Mauerspringer

Die Berliner Mauer stellte seit ihrer Erbauung 1961 das wohl bekannteste Symbol politischer Unterdrückung dar. Daher haben nach der Öffnung dieser Mauer die beiden Künstlerverbände VBK (Ost) und BBK (West) beschlossen, einen Teil der Mauer an der Spree als erstes gesamtdeutsches Kunstprojekt mit einer Länge von fast 1,5 km von Künstlern aus aller Welt bemalen zu lassen. 1990 wurde dieses Projekt fertig gestellt, 102 Künstler hatten sich an dem Projekt mit dem Namen "East Side Gallery" beteiligt.

Einer dieser Künstler ist Gabriel Heimler, der dort das Bild "Mauerspringer" schuf.

Dieses Motiv hat jetzt in der Luise in das Zimmer 421 Einzug gehalten. Jedoch auf Zeit und Ort eingehend. Wo 1989 an der East Side Gallery der Mauerspringer noch von West nach Ost, von Kreuzberg nach Friedrichshain springt, um dort symbolisch die Freiheit zu überbringen (für die bei Gabriel Heimler der Strohhut symbolisch steht), springt er im Arte Luise von einem Spiegelbild des Reichstags und den Ministerien "aus dem Fenster" in die reale Welt. Der Hotelgast befindet sich in einem Raum zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Realität und dessen Spiegelbild, quasi in einer vierten Dimension. Aber wo will der Mauerspringer hin und was überbringt er diesmal?

Biographie: 1964 in Paris geboren, ungarischer Herkunft, 1984 Baccalauréat artistique, bis 1988 Studium an der Ecole des Beaux-Arts de Paris. Er lebt seit Ende 1988 als freischaffender Maler und Kurator in Berlin. Seit 1992 zahlreiche Ausstellungen in Galerien, Kunstvereinen, Museen und Institutionen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA und Ungarn.