310 Doppelzimmer mit Dusche

Peter Buechler

(Berlin)

Bei Dargels

Die Eheleute Dargel lebten etwa Mitte des 19. Jh., also vor gut 160 Jahren, an der Küste Schleswig- Holsteins.

Sie ließen sich in Öl portraitieren, um über alle Zeit erhaben zu sein und denen, die sie kannten, in Erinnerung zu bleiben. Diese Ölbilder tragen die Spuren der Zeit.

Die Pixel, mit denen die Gesichter vom Künstler übermalt wurden, sind ein Phänomen unserer Zeit. Sie sind ein Werkzeug, um Anonymität zu erzeugen, mit dem Ziel, gegen alle Erinnerungen resistent zu werden. Die Dargels bleiben somit für den Betrachter anonym.

Ein Spiegel ist ein Medium, das alle Bilder reflektiert, dem aber selbst kein Bild gehört.

Die Hängung der Bilder in der verspiegelten Vitrine mit der Rückwand zum Zimmer und der Front zum Spiegel bezieht den Betrachter der “hinter ihnen auftaucht” in die Situation mit ein und macht ihn mit seinem Abbild zum Bestandteil der Installation.

Es entstehen somit wechselnde Eindrücke und Assoziationen. Und wenn man seitlich von oben auf den Boden des Spiegels blickt wird der Blick geradezu in die räumliche Tiefe der Installation hineingezogen.



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