Hotelbewertungen
„Fast so schön wie die Sixtinische Kapelle“
„50 Künstler gestalteten die Räume unvergleichlich. Individueller geht's nicht!“
„Berlin is worth a visit for this art hotel experience alone“
„Räume wie Träume“
„Ich danke allen, die hier etwas geschaffen haben, was einmalig ist: ein Hotel, in dem Kunst gelebt wird.“

Dr. Tayfun Belgin
„Berlins charmantestes Hotel; ... faire Preise, allerbeste Lage.“
„This hotel is dangerous territory as it leaves you craving to go back“
„Alle Räume Unikate... man fühlt sich wie Alice im Wunderland“
„Im Künstlerheim Luise verschmelzen Wirklichkeit und Inszenierung“
„Hotel con aires de museo“
„Each room is a treasure chest of creativity and quirkiness“
„THE ART OF ORIGINALITY“

Prof. Dr. Wilhelm Schmid (Foto: Benno Kraehahn)

Prof. Dr. Wilhelm Schmid (www.lebenskunstphilosophie.de),freier Philosoph und Buchautor, lebt in Berlin, außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Erfurt. Viele Jahre war er als Gastdozent an den Universitäten Riga/Lettland und Tiflis/Georgien, sowie als "philosophischer Seelsorger" an einem Krankenhaus in der Nähe von Zürich/Schweiz tätig.


Philosophie der Lebenskunst

Ein Experiment: Philosophie im Hotel. Es handelt sich jedoch um ein Hotel, das den Gästen mit der Hilfe der Künste ein Heim bieten will, und dazu gehört auch die Lebenskunst. Die Philosophie der Lebenskunst will das Innehalten und Nachdenken über die Grundlagen und möglichen Formen von Lebenskunst sein. Die Sätze sind aus meinem 1998 erschienenen Buch "Philosophie der Lebenskunst" genommen. Sinngemäß sind sie in drei Gruppen zu je drei Sätzen gegliedert, dem Aufstieg vom Erdgeschoss ins Dachgeschoss folgend: Einführung, Hauptteil und Höhepunkt.

Lebenskunst: eine fortwährende Arbeit der Gestaltung des Lebens und des Selbst
Freundlich und mit scheinbarer Leichtigkeit empfängt dieser Satz den ankommenden Gast. Manch einer stolpert allenfalls über die Banalität. Was ist das schon, "Gestaltung des Lebens"! Es bedeutet, den chaotischen Haufen von Ereignissen, Erfahrungen, Begegnungen, Gesprächen, Träumen, Phantasien, Wünschen, Verwünschungen, Fakten, Gedanken etc., die alltäglich den Stoff des Lebens ausmachen, nach selbst gewählten Regeln zu ordnen - und eine solche Regel ist selbstverständlich auch, das Chaos als Chaos zu belassen.

Experimentelles Leben: glückliche Seitensprünge des Denkens und der Existenz
Lebenskunst als Manifestation einer essayistischen Existenz: Im Zweifelsfall kommt es darauf an, Umwege zu machen und Raum für Versuche zu gewinnen. Versuche treiben uns immer wieder anderswohin, ganz so, wie es dem Vollzug der Existenz entspricht, der die stringente Durchführung eines Plans nicht gestattet. Experiment, Erprobung, Erfahrung: Könnten wir nicht selbst ein Versuch sein?

Phantastisch ist der Garten der Lüste und die Fülle des leeren Raums
Die Phantasie durchmisst den gesamten Raum des Möglichen, sie setzt die schöpferische Kraft frei, die den Möglichkeitshorizont des Lebens neu erschließt. Gerade dann, wenn wir sie frei lassen, in der Fülle der Lüste oder der Leere ihrer Abwesenheit, stellt die Vorstellungskraft der Phantasie die Beziehung zum Anderen her, zum Anderen als Idee, zum Anderen als Person, auch zum Anderen im Selbst selbst. Jede Fixierung auf eine bestimmte Realität löst sie wieder auf.

Alles gewinnt Sinn durch die Erotik, sie ist der umfassende Reichtum und der grundlegende Reiz, der die Rettung des Lebens bedeutet, auch wenn sonst nichts mehr von Bedeutung ist
Kunst der Erotik: Lüste der Sinne, also des Sehens, Hörens, Riechens, Schmeckens, Tastens und Spürens. Lüste des Denkens und der Reflexion. Lüste des Träumens und der Phantasie. Lüste der Erinnerung. Lüste der Lektüre und des Gesprächs. Lüste des Lachens in allen Variationen. Lüste des bloßen Seins, die sich der Muße und Gelassenheit verdanken, und des nomadischen Seins, die aus der vielfältigen Begegnung mit Anderen und Anderem resultieren. Und die Erfahrung der Leere? Die Leere ist umso größer, je inniger die Hingabe war, und eine neue Innigkeit bereitet sich vor in der Distanz.

Der Gedanke an den Tod - ein Ansporn zum Auskosten der Fülle des Lebens
Diesen Gedanken immer wieder zu denken, ist eine Übung seit altersher, mit der das Selbst sich den Tod vor Augen hält, sich an ihn gewöhnt, Vertrautheit mit ihm gewinnt und ihm einen festen Ort in seinem Leben gibt. Den Tod als Grenze zu akzeptieren, bedeutet vor allem, frei zu werden für das Leben, bedeutet auch eine Erleichterung in schwierigen Momenten des Lebens, in denen das Selbst sich sagen kann, dass alles, was schwer erscheint, dereinst zurückgelassen werden kann.

Den Anfang zu einem anderen Leben verdankt das Selbst dem Schmerz, der die intensivste Form des Lebens ist
Vom Sinn der Schmerzen: Wie die Lust ist der Schmerz zu einer unerhörten Intensität in der Lage, aber im Unterschied zu ihr trifft er die Existenz in ihrem eigensten Kern, dort nämlich, wo sie von Auslöschung bedroht ist. Was aus dem Eigensten, das der Schmerz ist, resultiert, ist nicht etwa die Selbstmächtigkeit, sondern deren Niederlage, die ihren Sinn jedoch darin hat, einen neuen Anstoß zur Selbstsorge zu geben. Der Schmerz zwingt die Sorge herbei, die das Selbst wieder auf den Weg zu bringen vermag.

In der Nacht der menschlichen Eitelkeit, am Rande des Abgrunds der Verzweiflung, ist das Funkeln eines Sternes namens Ironie noch der letzte Hoffnungsschimmer
Ironie ist die Kunst, mit Widersprüchen zu leben. Wer die Widersprüche aufheben will, will die Grundstruktur des Lebens aufheben. Die Ironie erlaubt, aus Situationen, in denen die Widersprüche zornig aufeinander losgehen, herauszuspringen und partout nicht in der Enge zu bleiben, die zwischen ihnen herrscht. Ein tiefgründiges Verstehen kommt in der Ironie zum Ausdruck, weil sie auf die Festlegung der Dinge verzichtet und mit ihrer Mehrdeutigkeit spielt.

Mit dem Blick von oben, von außen, relativieren sich die engen, unbeweglichen Verhältnisse, über die der Ernst des Faktischen tyrannisch herrscht
Eine der stärksten Techniken, die Lebenskunst zu bieten hat. Eine der ältesten zugleich: Distanz zu gewinnen zur Unmittelbarkeit. Mögen die Dinge sein, wie sie sind, und stupide sich weigern, anders zu sein - die Einnahme einer Position weit außerhalb von ihnen, und sei es nur fiktiv, ermöglicht einen neuen Blick. Aus der Distanz wird die Rückwendung auf die Verhältnisse möglich, die Distanz der Reflexion, auch die Rückwendung des Selbst auf sich.

Lebenskunst ist nicht das, was wir haben, sondern das, was uns fehlt und immer wieder auf terrible Weise fehlen wird
Höhepunkt der Lebenskunst: Zu erkennen, dass man mit ihr immer wieder am Anfang steht. Der Kreis schließt sich und wir können zurückkehren zum Erdgeschoss, zurück zum Boden der Tatsachen: Lebenskunst - eine fortwährende Arbeit der Gestaltung des Lebens und des Selbst. "Fortwährend", das ist wesentlich: nie am Ende, nie vollendet, immer auf der Suche danach, sich ein schönes Leben zu machen. Das heißt, ein Leben zu führen, zu dem das Selbst Ja sagen kann, auch wenn es keineswegs lustvoll und angenehm, eher schwierig und schmerzlich ist, erfüllt von der ganzen Spannweite möglicher Erfahrungen, erfüllt vom vollen Genuss und bewussten Gebrauch des Lebens.


Ökologische Lebenskunst (2008) Ökologische Lebenskunst (2008) Glück (2007) Glück (2007) Die Geburt der Philosophie im Garten der Lüste Die Geburt der Philosophie im Garten der Lüste Mit sich selbst befreundet sein Mit sich selbst befreundet sein
Philosophie der Lebenskunst Philosophie der Lebenskunst Schönes Leben? Schönes Leben? Die Kunst der Balance Die Kunst der Balance

Bisher sind von Prof. Dr. Wilhelm Schmid 10 Bücher erschienen, einige davon sind im Hotel erhältlich: